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Emiliano Martinez: Der polarisierende Held

Martinez war bei dieser WM oft der argentinische Held, doch wer ist die Persönlichkeit Martinez?

Autor: T. Rübe - 21.12.2022

Argentinien ist zum dritten Mal nach 1978 und 1986 Weltmeister. Die große Kariere von Weltstar Lionel Messi wurde vollendet. Dieser konnte nun im Spätherbst seiner einzigartigen Laufbahn diese in Bezug auf seine Titelsammlung vollenden. Dies ist zumindest in den Medien die vorherrschende Meinung. Nur wenig wird über die Leistung von Emiliano Martínez berichtet. Wenn über die Nummer 1 der Albiceleste berichtet, wurde nach dem Titelgewinn ging es um den fragwürdigen Jubel im Zuge der Ehrung zum besten Torhüter des Turniers oder das Verhalten vor dem von Tchouameni geschossenen Elfmeter. Zweifelsohne werden beide Szenen der Turnierleistung von Emiliano Martínez nicht gerecht, doch sind diese leider präsent.

Der Torwart begründet seinen Jubel mit der Trophäe des Adidas Golden Glove Award, der gewisse Parallelen zu einem ähnlich anrüchigen, aber ebenso legendären Jubel vom argentinischen Trainer Diego Simeone (Atlético Madrid) aufweist, mit einem respektlosen Verhalten des Finalkontrahenten Frankreich. In der Tat gab es von beiden Seiten bereits im Vorfeld gewisse Spitzen, die das Duell beider Mannschaften im Vorfeld anheizten, doch auch das Spiel selbst erhitzte die Gemüter, was allein schon an der Dramaturgie der Partie liegt. In einem qualitativ hochklassigen wie spannendem Match sah Argentinien bis zur 80. Minute wie der sichere Sieger aus, ehe Mbappé binnen 3 Minuten ausgleichen konnte. Dass all diese Ereignisse, inklusive der Verlängerung und des Elfmeterschießens, zu erhitzten Gemütern führen musste, ist beinahe unausweichlich. Dennoch musste sich Martinez zu einer derartigen Jubelpose hinreißen lassen. Dass der Keeper darüber hinaus im Elfmeterschießen vor dem Versuch von Tchouameni den Ball noch einmal wegwarf, ist zwar alles andere als fair, konnte aber im Rahmen einer gewissen psychologischen Kriegsführung des Öfteren bereits beobachtet werden.

In der Retrospektive betrachtet sind diese Verhaltensweisen von Martinez über Gebühr unnötig, da sie nicht nur unfair sind, sondern auch die absolut hervorragenden Leistungen des Torhüters bei dieser Weltmeisterschaft in den Hintergrund treten lassen. Denn der Torhüter von Aston Villa hat nicht einfach eine starke Weltmeisterschaft gespielt und war auch nicht einfach nur der beste Torhüter des Turniers. Vielmehr war Martinez neben Messi der wichtigste Spieler der Albiceleste im gesamten Turnier. Während Messi viele Tore entweder eingeleitet oder erzielt hat, war Martinez die große Konstante in der argentinischen Defensive. Bei Flanken und hohen Standardsituationen war der Torwart, der erst im vergangenen Jahr für die argentinische Nationalmannschaft debütierte, immer wieder Herr der Lage und fing zahlreiche Bälle ab, bevor ein Gegner den Ball hätte verarbeiten können. Dadurch konnte der Keeper auch immer wieder Umschaltsituationen kreieren. Die Sicherheit, die er damit direkt seinen Vorderleuten vermitteln konnte, war enorm wichtig, denn die besten Verteidiger hatte die Albiceleste in dem Sinne nicht.

Aber sie hatte bei diesem Turnier einfach den besten Torhüter, was vor allem dann in den KO-Spielen deutlich wurde. In jeder Partie hatte Argentinien Situationen, in denen ein Gegentor wahrscheinlich gewesen wäre und dies hätte jeweils auch spielentscheidend sein können. Zwar konnte sich die Albiceleste im Viertelfinale gegen die Niederlande und auch im Finale gegen Frankreich jeweils von einem späten Ausgleich erholen, doch lag das jeweils auch an Martinez. So rettete der Torwart seine Mannschaft in der 123. Minute mit einer sensationellen Fußabwehr gegen Kolo vor dem späten und eben auch entscheidenden KO. Das Elfmeterschießen wäre in wenigen Sekunden nicht mehr für seine Mannschaft zu erreichen gewesen. Der gehaltene Elfmeter gegen Coman war dann sein Meisterstück, nachdem er seine Mannschaft schon im Viertelfinale erfolgreich durch das Elfmeterschießen gegen die Niederlande geführt hatte.

Im Zuge dessen wurde medial immer wieder betont, dass Martinez erst bekannt wurde, als sich Bernd Leno im Tor von Arsenal London verletzte und Martinez endlich spielen durfte. Doch ist das lediglich ein Teil der Wahrheit. Martinez zog bereits mit 17 Jahren allein nach England und schloss sich der Nachwuchsabteilung der Gunners an und wurde später auch in die Profiabteilung hochgezogen, doch folgten insgesamt 6 Leihstationen, zumeist auf der Insel, durchsetzen konnte er sich aber nie. Erstmalig wirklich auf sich aufmerksam machen konnte der Keeper dann beim FC Reading und spielte nach seiner Rückkehr zumindest in Vertretung für Leon, ehe er 2020 zu Aston Villa wechselte und sich dort als Nummer 1 etablieren konnte. Sein später Durchbruch im Vereinsfußball war auch der Grund, warum Martinez erst unmittelbar vor der Copa América für seine Landesauswahl sein erstes Spiel bestreiten durfte. Tatsächlich wurde der 1,95 m große Torwart dann auch die argentinische Nummer 1 bei der Copa und gewann mit Argentinien nach 28 wieder einmal die Südamerika-Meisterschaft. Nun folgte nach 36 Jahren der nächste Weltmeistertitel.

Seine Verhaltensweisen während des Elfmeterschießens und im Anschluss während der Siegerehrung können und sollten sogar zumindest kritisch hinterfragt werden. Aber unbestritten ist, dass der emotionale Torhüter seinem Land im Tor wieder die wichtige Stabilität verleihen konnte, die es brauchte, um innerhalb von eineinhalb Jahren die zwei wichtigsten Titel für Argentinien auf Nationalmannschaftsebene zu gewinnen. Ob dies auch ohne Martinez wirklich möglich gewesen wäre, bleibt natürlich hypothetisch. Aber man kann leicht Parallelen ziehen, zwischen dem Debüt von dem Torwart und einer der erfolgreichsten Zeiten der Albiceleste.

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